Mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin unter der Leitung von Kent Nagano begeisterte Thomas Zehetmair in Köln und Berlin. Lesen Sie nachfolgend einen Ausschnitt aus der Konzertrezension des Kulturradios rbb über das Konzert am 7.1.2012 in der Berliner Philharmonie.
Auf den Leib geschrieben
„(…) Ebenso sicher leitete Nagano das DSO durch Alban Bergs Violinkonzert. Er weiß um die Funktion des Orchesters und schuf einen großflächigen Raum, einen erweiterten Fokus, der wiederum der Solovioline die Möglichkeit eröffnete, ihren Part aufzufächern, auch das kleinste Detail noch deutlich herauszuarbeiten.
Für diese Aufgabe war der Geiger Thomas Zehetmair eine Idealbesetzung. Kompetenter, wissender war dieses Konzert wohl noch nie zu hören. Man konnte den Eindruck gewinnen, dass Zehetmair jeden einzelnen Ton genauestens analysiert hat, Funktion und Aussage kennt, die dahinter stehen. Zehetmair spielt in jeder Sekunde überlegt und durchdacht, vergisst jedoch auch nie die emotionale Seite. Wenn es in diesem Konzert zur Katastrophe kommt, stemmt er sich richtig gegen die Orchestermassen, schreckt auch vor hässlichen Klangfarben nicht zurück. Alles ist am richtigen Platz, und das mit einer beeindruckenden Ruhe und Selbstverständlichkeit. Selbst die heikelsten Tonfolgen und Akkorde sind von blitzender Sauberkeit, und gleichzeitig atmet sein Spiel eine berührende Dichte und Tiefe. Unüberhörbar, wie sehr es dieses Konzert liebt. Er spielte es, als hätte Alban Berg es ihm auf den Leib geschrieben. Eine Sternstunde.“
Andreas Göbel am 9.1.2012 auf www.kulturradio.de



